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ADHS und Erschöpfung bei Frauen

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  • Januar 8, 2026

ADHS und Erschöpfung bei Frauen – wenn das Nervensystem nicht mehr kompensieren kann

Viele Frauen mit ADHS tragen Erschöpfung lange, ohne sie so zu nennen.
Nicht, weil sie sie nicht spüren – sondern weil sie gelernt haben, weiterzumachen. Noch etwas fertigzustellen. Noch einen Punkt abzuhaken. In der Hoffnung, dass es danach leichter wird.

Erschöpfung zeigt sich hier nicht als plötzlicher Zusammenbruch, sondern als ständiges inneres Weitermachen. Als leises Übergehen der eigenen Grenze. Und genau deshalb bleibt sie so lange unbemerkt.

Erschöpfung fühlt sich nicht wie Müdigkeit an

Vielleicht kennst du das: Du weißt eigentlich, dass du erschöpft bist.
Und trotzdem würdest du dieses Wort kaum benutzen. Es fühlt sich zu groß an. Zu dramatisch. Also sagst du dir lieber, dass du einfach noch durchhalten musst. Dass es gleich leichter wird. Dass du nur noch das eine fertig machst – und danach wirklich zur Ruhe kommst.

Dieses Danach schiebst du immer ein Stück weiter nach hinten.
Nicht, weil du dich nicht kümmern willst.
Sondern weil du es gewohnt bist, erst alles andere zu erledigen, bevor du bei dir ankommst.

Und dieser Moment, in dem du wirklich ausatmest, kommt dann einfach nicht.

Erschöpfung ist, wach zu sein und trotzdem leer

Erschöpfung bei ADHS fühlt sich oft ganz anders an, als man es erwartet. Du bist nicht nur müde. Du liegst vielleicht da, schaust an die Decke, dein Körper ist schwer – und gleichzeitig ist dein Kopf noch an. Nicht hektisch, nicht wild. Eher wie festgefahren. Gedanken tauchen auf und ziehen weiter, ohne dass du sie festhalten willst.

Alles fühlt sich gleichzeitig zu viel an und seltsam egal.
Du bist da – aber irgendwie nicht ganz.

In solchen Momenten bist du nicht einfach überfordert.
Du bist darüber hinaus. Und das ist etwas anderes.

Warum Frauen mit ADHS so lange „noch funktionieren“

Viele Frauen mit ADHS sind unglaublich gut im Durchhalten. Sie haben früh gelernt, dass Aufgeben keine Option ist. Dass sie selbst schuld sind, wenn etwas nicht klappt. Also machen sie weiter. Still. Verantwortungsbewusst. Auch dann noch, wenn sie längst merken, dass es innen immer enger wird.

Diese Erschöpfung kommt nicht über Nacht. Sie wächst langsam. Durch ständiges Anpassen. Durch das innere Mitdenken. Durch das Gefühl, immer ein bisschen hinterher zu sein – und trotzdem niemanden enttäuschen zu wollen. Nach außen sieht das oft souverän aus. Nach innen kostet es jedes Mal ein kleines Stück mehr Kraft.

Wenn der Körper irgendwann übernimmt

Irgendwann meldet sich der Körper. Nicht mit einem Knall. Sondern leise.
Du sitzt da und kommst nicht ins Tun. Oder du fängst an und bleibst hängen. Selbst einfache Dinge fühlen sich plötzlich anstrengend an, als müsstest du erst eine innere Wand überwinden.

Viele Frauen werden in diesem Moment hart zu sich selbst.
Was stimmt nicht mit mir?
Warum kriege ich das nicht mehr hin?

Wenn ich dir hier eine Sache sagen darf, dann diese:
Das ist kein Zeichen von Schwäche.

ADHS-Erschöpfung ist kein persönliches Versagen

Was hier passiert, ist kein Mangel an Disziplin. Es ist ein Nervensystem, das zu lange stark war. Nicht, weil du nicht aufgepasst hast. Sondern weil du Verantwortung übernommen hast – oft mehr, als dir eigentlich gutgetan hätte.

Gerade Frauen mit einer späten ADHS Diagnose schauen an diesem Punkt oft zurück und merken erst, wie viel sie getragen haben. Sie waren verlässlich. Engagiert. Da für andere. Und sie haben dabei kaum bemerkt, wie wenig Platz für sie selbst geblieben ist.

Warum sich Erschöpfung nach einer ADHS Diagnose erst einmal deutlicher anfühlen kann

Nach einer ADHS Diagnose berichten viele Frauen, dass sie sich zunächst noch erschöpfter fühlen. Nicht, weil etwas schlimmer wird. Sondern weil der innere Druck langsam nachlässt. Der Satz Reiß dich zusammen wird leiser. Und plötzlich zeigt sich eine Müdigkeit, die lange keinen Raum hatte.

Das kann verunsichern.
Und gleichzeitig ist es ein sehr ehrlicher Moment.

Wenn Erschöpfung nicht das Ende ist

Erschöpfung bei ADHS ist kein persönliches Versagen.
Sie ist ein Hinweis darauf, dass dein Nervensystem lange getragen hat – oft mehr, als gut war. Nicht aus Schwäche, sondern aus Verantwortungsgefühl, Anpassung und dem Wunsch, es richtig zu machen.

Viele Frauen kommen genau an diesem Punkt zu mir.
Nicht, weil sie „nicht mehr können“, sondern weil sie spüren, dass es so nicht weitergehen soll. Dass es einen anderen Umgang mit sich selbst braucht. Einen, der nicht auf Durchhalten basiert, sondern auf Wahrnehmung, Klarheit und ehrlicher Selbstführung.

Erschöpfung ist kein Ende.
Sie ist ein Signal.
Und manchmal der erste Moment, in dem du dich selbst wieder ernst nimmst.

 

Wenn du gerade versuchst, dich mit Tipps wieder „zum Funktionieren“ zu bringen und merkst, dass es dich eher weiter antreibt als wirklich entlastet:

Meine Begleitung ist dafür da, dass dein Leben wieder zu dir passt – nicht du zu den Erwartungen.
Das decken wir gemeinsam ab: Energie, Nervensystem-Regulation, innere Überzeugungen/Scham, klare Grenzen und alltagstaugliche Strategien.
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Sandra Schwerk

Identitäts‑ & Transformationsbegleiterin für neurodiverse Frauen

Sandra Schwerk ist Resilienz Trainerin, Systemischer Coach, Expertin für Stressbewältigung und mehr. Sie begleitet neurodivergente Frauen, vor allem dann, wenn klar wird: Ich funktioniere – aber ich lebe nicht. Mit einem ganzheitlichen Ansatz aus Nervensystemarbeit, Körperwahrnehmung und Identitätsklärung unterstützt sie Frauen weg von der Anpassung hin zu Erkennen, Ankommen und gelebter Leichtigkeit.

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